Ein Hirn ist gut – mehrere sind besser.

Wieso Co-Kreativität für Unternehmen zur Sicherung ihrer Zukunftsfähigkeit so wichtig ist: Wenn Menschen einander als Menschen begegnen, teilen sie ihr Wissen und ihr Können. Sie verbinden sich im Denken. Auf diese Art entfalten beide Menschen ihr ganzes kreatives Potenzial. Es entsteht eine Dynamik, die nicht nur den Einzelnen voranbringt, sondern auch die Organisationen, in denen sie tätig sind.

Unternehmen müssen lernen, das Unerwartete zu erwarten, und sich bereithalten für Entwicklungen, die sie nicht kommen sehen. Eins ist klar: Weder in der Wirtschaft noch in der Gesellschaft werden wir in absehbarer Zeit wieder in ein Zeitalter von Übersichtlichkeit und Berechenbarkeit zurückkehren. Deshalb entstehen zurzeit viele Gemeinschaften, z. B. als Coworking Space. Offenkundig ist ein Zeitpunkt in unserer Entwicklung erreicht, an dem viele erkennen, dass es so nicht mehr weitergeht. Wir scheitern gegenwärtig in so vielen Bereichen unserer gesellschaftlichen Entwicklung, weil wir die Probleme, die wir erzeugt haben und die uns jetzt zu schaffen machen, auf die bisherige Weise nicht lösen können.

Sich mutig Krisen stellen

Viele Führungskräfte beschäftigen sich mit dem Thema der Widerstandsfähigkeit in Krisensituationen. Eine überraschende Erkenntnis in der Auseinandersetzung mit dem Thema Resilienz ist die, dass Robustheit im Sinne von Starrheit nicht viel nützt. Wer immer nur noch dickere Mauern baut, dem wird es so ergehen wie den Burgherren im Spätmittelalter: Irgendjemand wird die Kanone erfinden, die selbst die dicksten Mauern sprengt, und die Ritterburg wird mittels disruptiver Innovation von heute auf morgen vollkommen nutzlos.

Die für unsere Zeit passendere Metapher ist der Gummiball: Unternehmen, die wirklich zukunftsfähig sind, haben die Eigenschaften eines Gummiballs. Je härter sie gegen die Wand geworfen werden, desto weiter springen sie zurück. Es geht also nicht darum, Krisen zu verhindern, sondern darum, konstruktiv mit ihnen umzugehen. Sie als Chance zu betrachten und sich ihnen mutig zu stellen.

Begegnungen fördern

Das Zeitalter der Einzelkämpfer ist zu Ende. Was uns als Menschen so viel Wissen, Erkenntnis und kulturelle Entwicklung ermöglicht hat, ist der Umstand, dass Menschen ihr Wissen und Können seit jeher miteinander austauschen. Einer findet etwas und die anderen überprüfen und übernehmen das, wenn es gut ist. Die höchste Form dieser Art von Austauschprozessen entsteht immer dann, wenn gemeinsam nach einer Lösung gesucht wird. Diese gemeinsame Suche nach Lösungen heisst Co-Kreativität, an der jeder als Individuum beteiligt ist, aber das Ganze sich in einer Gemeinschaft abspielt. Es kommt auf jeden an. Was gefunden wird, ist mehr als das, was sich ein Einzelner ausdenken könnte.

Es ist daher Aufgabe eines Unternehmens, eine Kultur zu schaffen, die solche Begegnungen fördert. Doch in der Wirtschaft herrscht in vielen Unternehmen noch die alte hierarchische Chef-Mitarbeiter-Beziehung vor, wo Führungskräfte weiterhin Machtpositionen einnehmen und ihre Autorität ausspielen. Zum Beispiel, indem sie ihren Mitarbeitenden vorschreiben, was sie zu tun haben, um sie dann später zu belohnen bzw. zu bestrafen. Bonus und Kündigung – Zuckerbrot und Peitsche. Diese Art von Kultur mag sinnvoll sein, wenn es um das blosse Funktionieren geht. Doch die Unternehmen haben heute andere Themen. Sie benötigen keine Leute mehr, die brav auf ihre Chefs hören. Sie brauchen engagierte Mitarbeiter, die Lust haben, sich eigene Gedanken zu machen – und die diese dann gemeinsam mit anderen umsetzen. Denn dann erhalten die Unternehmen das, was sie von ihren Mitarbeitenden am dringendsten brauchen: ihre Kreativität und ihr Mitdenken, ihre Empathie und Freundlichkeit, ihre Loyalität und ihr Verantwortungsbewusstsein.

 
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