BEn unterwegs…

Unter der Kolumne «Ben unterwegs» beleuchten wir erlebte Geschichten aus Sicht der Wirtschaft und Gesellschaft. Sie sollen Impulse geben für all diejenigen, welche als Macher unterwegs sind.

 
 

Der Ernst des Lebens … oder doch der Felix?

 

Es war ein idealer Tag zum Fischen, und so suchten mein sechsjähriger Sohn Lennard und ich unser «Petri Heil» am See. Auf dem Weg dorthin erzählte ich ihm von der Bedeutung des «Petri Heil» als Grussform für den guten Fischfang. «Wer ist eigentlich der Ernst vom Leben?», fragte er mich wie aus dem Kanonenrohr geschossen. Ein Nachbarskind hat ihm vom Ernst des Lebens erzählt und er dachte, dass dieser Ernst irgendwo leben musste.

 

Ich erklärte ihm, dass der «Ernst» keine Person sei, sondern es sich dabei um die Ernsthaftigkeit des Lebens handle. Der Ernst des Lebens fange halt irgendeinmal an. Das Leben sei nicht nur Spiel und Spass, schilderte ich ihm.

 

Unterdessen waren wir am See angelangt und warfen unsere Angel aus. Während wir warteten, nahm mein Sohn das Thema nochmals auf und hakte nach: «Wieso soll das Leben nicht Spass machen? Wieso muss das Leben ernst sein?», fragte er. Ich überlegte. Wahrhaftig: Wieso soll das Leben nicht freudig sein? So sinnierte ich und zog währenddessen die Angel hoch, um den Haken neu in den See auszuwerfen. Es gibt so viele Menschen, die von Kindsbeinen an immer wieder zu hören bekommen, dass man sich dem Ernst des Lebens stellen müsse. Das hört sich schon so mächtig und fast einschüchternd an. Keine Grundlage, um vertrauend auf das Gute und Freudige durchs Leben zu gehen und auf neue Ideen und inspirierende Tätigkeiten in seinem Leben zu kommen.

 

Es gibt so viele Menschen, die in ihrer Arbeit keine Freude und Erfüllung sehen. Manchmal frage ich mich, welchen Einfluss dieser Ernst des Lebens auf unsere Entwicklung hat.

 

Kinder kommen im Spiel auf neue Ideen, der Tatendrang ist gross, die Neugierde fast grenzenlos. Ausprobieren hat einen hohen Stellenwert. Als kreativer Kopf ist es für mich die natürlichste Sache der Welt, gewohnte Denkpfade zu verlassen und mentale Schranken zu überwinden. Wenn wir unsere Denkhaltung von «Ja, aber» zu «Ja, und?» wechseln, können wir neue Gedanken und ungewöhnliche Ideen zulassen und auf neue Lösungen kommen. Um den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden, brauchen wir Menschen und Gemeinschaften, die einander einladen, ermutigen und inspirieren, über sich hinauszuwachsen. Das erfordert, alte Denkmuster zu verlassen und sich für Neues zu öffnen. Für mich Antrieb, unseren Kindern aufzuzeigen, dass das Leben und die Arbeit Freude bereiten darf und soll.

 

Mein Sohn meinte, der Name Ernst gefalle ihm sowieso nicht. Felix fände er schöner. Und so haben wir den Ernst einfach in den Felix des Lebens umbenannt. Wenn mein Sohn wüsste, dass Felix «der Glückliche» bedeutet …

 

Von unterwegs gesendet

Ihr Ben

 
 

 
  • Industrie 4.0
 

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